Ein Zahn, der wehtut, muss nicht gezogen werden. In den allermeisten Fällen lässt er sich mit einer Wurzelbehandlung erhalten – und der eigene Zahn ist jedem Ersatz überlegen. ZA Themis Papadopulos hat dafür 2020 das Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie (DGET) abgeschlossen.
Was passiert bei einer Wurzelentzündung?
Dringen Kariesbakterien bis ins Zahninnere vor, entzündet sich das Gewebe im Wurzelkanal. Der Zahn reagiert empfindlich auf Wärme oder Kälte, pocht, oder es bildet sich eine Schwellung. Unbehandelt zerstört die Entzündung die Zahnsubstanz bis in die feinen Kanälchen der Wurzel und greift auf den Kieferknochen über.
Warum die Behandlungsqualität über den Zahn entscheidet
Die Wurzelkanalbehandlung hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Sie ist wirksamer und in der Qualität deutlich besser geworden – aber auch aufwendiger. Ob ein Zahn erhalten werden kann, hängt entscheidend davon ab, wie gründlich gearbeitet wird. Denn die Kanäle sind fein, gekrümmt und häufig verzweigt. Bleiben in Seitenästen Bakterien zurück, kann sich der Zahn noch Jahre später wieder entzünden.
Endodontie unter dem Mikroskop

Wurzelkanäle sind teilweise dünner als ein Haar, verzweigt und gekrümmt. Mit bloßem Auge sind sie nicht vollständig zu überblicken. Wir behandeln deshalb unter einem hochauflösenden Dentalmikroskop mit Foto- und Videodokumentation.
- Dentalmikroskop und Lupenbrille – auch Seitenkanäle werden gefunden
- Elektronische Wurzellängenbestimmung – der Kanal wird auf den Zehntelmillimeter genau aufbereitet
- Maschinelle Aufbereitung mit hochflexiblen Nickel-Titan-Feilen (Reciproc-System) – auch stark gekrümmte Kanäle lassen sich sauber aufbereiten
- Ultraschallaktivierte Spülung – entfernt Gewebereste und Bakterien auch dort, wo Instrumente nicht hinkommen
- Thermoplastische (warme) Wurzelfülltechnik – füllt das Kanalsystem nahezu vollständig und bakteriendicht
- Dental-Laser zur Keimreduktion im Kanalsystem
Meist gelingt die Behandlung in einer einzigen Sitzung.
Und danach?
Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder als ein gesunder. Damit er nicht bricht, versorgen wir ihn anschließend in der Regel mit einer Teilkrone oder Krone aus Vollkeramik – dank CEREC ohne Abdruck und ohne zweiten Termin.
Muss der Zahn wirklich raus?
Fast nie sofort. Holen Sie im Zweifel eine zweite Meinung ein, bevor ein Zahn gezogen wird. Ein erhaltener eigener Zahn erspart Ihnen Implantat, Brücke oder Prothese – und den Knochenabbau, der auf jede Lücke folgt.
Woran Sie eine Entzündung erkennen
Typisch ist ein Zahn, der auf Wärme empfindlicher reagiert als auf Kälte, ein pochender Schmerz ohne äußeren Anlass oder ein Druckgefühl beim Zubeißen. Manchmal zeigt sich auch eine Schwellung am Zahnfleisch oder ein Pickel, aus dem sich Flüssigkeit entleert. Nicht jede Entzündung tut weh: Ist der Nerv bereits abgestorben, bleibt der Schmerz aus, die Entzündung arbeitet aber im Kieferknochen weiter. Deshalb finden wir solche Zähne oft erst auf dem Röntgenbild.
Wenn die erste Behandlung nicht gereicht hat
Ein wurzelbehandelter Zahn kann sich Jahre später erneut entzünden – meist, weil in feinen Seitenkanälen Bakterien zurückgeblieben sind. Eine zweite Behandlung, die Revision, ist aufwendiger: Die alte Wurzelfüllung muss heraus, Stifte und Kronen müssen oft entfernt werden. Mit Mikroskop und Ultraschall gelingt das in vielen Fällen trotzdem. Bevor ein solcher Zahn gezogen wird, lohnt sich fast immer der Versuch.
Was es für Ihre Gesundheit bedeutet
Eine chronische Entzündung an der Wurzelspitze belastet das Immunsystem dauerhaft, auch ohne Schmerzen. Bei Herzerkrankungen, Diabetes oder einer geplanten Operation mit Gelenkersatz fragen behandelnde Ärzte deshalb häufig nach dem Zahnstatus. Ein sauber behandelter und dicht gefüllter Wurzelkanal nimmt diesen Herd heraus.
Akute Schmerzen? Rufen Sie uns an, wir versuchen, Sie kurzfristig unterzubringen: 07222 – 30330.
Häufige Fragen
Tut eine Wurzelbehandlung weh?
Nein. Die Behandlung erfolgt in örtlicher Betäubung, der Zahn ist dabei schmerzfrei. Unangenehm ist meist der Zustand davor – der entzündete Zahn. Nach der Behandlung kann der Zahn einige Tage druckempfindlich sein.
Wie viele Termine brauche ich?
Mit unserem Behandlungskonzept gelingt die Wurzelbehandlung meist in einer einzigen Sitzung. Nur bei stark entzündeten Zähnen sind zwei Termine sinnvoll.
Was kostet eine Wurzelbehandlung?
Die Kassenleistung deckt die Grundbehandlung ab. Leistungen wie die Behandlung unter dem Dentalmikroskop, die elektronische Längenmessung und die warme Wurzelfüllung sind Zusatzleistungen – Sie bekommen vorher eine schriftliche Aufstellung.
Muss der Zahn danach überkront werden?
In den meisten Fällen ja. Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder und bricht leichter. Eine Teilkrone oder Krone aus Vollkeramik schützt ihn – dank CEREC an einem Termin, ohne Abdruck.
Wäre ein Implantat nicht die bessere Wahl?
Fast nie. Der eigene Zahn mit seinem Halteapparat ist jedem Ersatz überlegen. Erst wenn er nicht mehr zu retten ist, sprechen wir über Implantat oder Brücke.